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JAX 2012

Vergangene Woche war ich zum ersten Mal zu Besuch auf der JAX in Mainz. Ein paar Impressionen und Informationen dazu gibt es auf dem Blog eines Kollegen. In diesem Post gebe ich ein paar meiner Eindrücke von ausgewählten Sessions und Keynotes, die ich besucht habe, für euch preis. Eine Übersicht zu den Themen der JAX 2012 gibt es hier. Der Inhalt ist eher allgemein gehalten. Auf technische Details gehe ich nicht ein.

Dienstag, 17. April 2012

Mein erster Konferenztag begann mit HTML5: „Designing HTML5 Components“ (Slideshow & Speaker). Ziel war es eine Tabellen-Komponente mit einigen Features zu entwerfen. Dazu gab es als Einführung ein paar live Coding-Beispiele unter Einsatz des Frameworks Vaadin. Der zweite Teil bestand dann aus dem theoretischen Vorgehen, wie man laut dem Speaker solch eine „HTML5“-Komponente entwirft. Da die Praxis in der Regel stark von der Theorie abweicht, eher uninteressant. Im Nachhinein hatte die gesamte Session wenig mit HTML5 zu tun. Das Framework an sich machte einen guten Eindruck. Mit den „HTML5“ APIs wie z.B. Canvas wird man allerdings nicht alle Webbrowser gleichermaßen erreichen können, da es hierbei noch stark abweichende Unterstützungen in den Engines gibt.

Nach der Kaffeepause ging es dann zu einer Session von – den aus meinen Kollegenkreis hochgelobten – Adam Bien zum Thema: „Wie Java-EE-Entwicklung sein sollte„. Und ich konnte meinen Kollegen nur zustimmen. Seine Art, wie er die Session über die Bühne gebracht hat, war sehr erfrischend und auf der gesamten Konferenz wohl der Maßstab dafür, wie man Themen anspricht, verständlich dem Publikum präsentiert und – ganz wichtig – auf den Punkt bringt. Bis auf letzteres wirkte er daher auf mich – plakativ gesprochen – wie der Mario Barth der Java-Szene. Mit praxisnahen Beispielen konnte er seine Argumente sehr gut veranschaulichen. Und anhand der Rückmeldungen aus dem Publikum, haben sich viele in den Beispielen wiedergefunden.

Mittwoch, 18. April 2012

Mein zweiter Tag – u.a. mit dem so genannten „Social Web Day“ – begann mit den Sessions zu „Mobile und Social Web – alles nur Marketing?“ und „Socializing Portals„. Erstere war eine Statistik-Veranstaltung mit aktuellen Zahlen und möglichen Auswirkungen für die Java Welt. Die zweite Sessions war eine echte Produkt-Vorstellung von Liferay und deren Neuerungen bezüglich der Integration des Social Web Gedankens in einem (Groß-)Unternehmen. Das dieses Thema generell auf großes Interesse stößt, zeigte bereits die Vorstellung von IBMs Connections auf der Cebit in Hannover. In der Zukunft wäre das Thema sicherlich auch ein extra Blog-Post wert.

Mein Fazit zu diesen Sessions: ersteres war nichts neues und auch durch interessiertes Lesen im Netz zu erfahren. Zweite Session war sehenswert für die Leute, die sich Liferay eh genauer anschauen wollten. Meine Erwartung ginge eher in Richtung: wie es allgemein aussieht, wenn man Portale „socialized“. Beispielsweise welche Ansätze es hierzu gibt. Diese waren aber von einem Consultant wohl eher nicht zu erwarten. Schade eigentlich. Mehrwert dieser Sessions also Null.

Donnerstag, 19. April 2012

Am für mich letzten Konferenztag habe ich mir vorgenommen neues aus der JSF-Welt zu erfahren. Die erste Session dazu präsentierte Möglichkeiten und Vorteile beim Zusammenspiel von CDI (Context Dependency Injection) und JSF. Die hier aufgezeigten Ideen und Vorschläge waren sehr interessant, da sie doch einige nützliche Lösungen aufzeigten. Beispielsweise lies sich der Programmcode auf eine Abstraktionsebene heben, auf der die fachlichen Anforderungen im Vordergrund stehen. Im JSF-Kontext können so unübersichtlichte Verweise mittels Expression-Language vermieden werden, was schlussendlich die Lesbarkeit fördert. Im Umkehrschluss überträgt der Entwickler Programmcode von sich selbst auf das Framework und verliert so ein wenig Kontrolle. Also: Übersichtlichkeit, Kapselung und Abstraktion für weniger Kontrolle im Lebenszyklus der Anwendung. Für mich die interessantes von denen hier vorgestellten Sessions. Sobald ich die Slideshow hierzu finde, liefere ich diese nach. Leider sind diese bisher noch nicht für  alle Sessions verfügbar.

Die zweite Session zu diesem Thema war einer der bereits angesprochenen Präsentationen, in denen die ersten Minuten aus inhaltslosem Vorspiel bestand. Kurzerhand wurde diese Veranstaltung in Richtung „JavaFX – Jetzt nun doch oder besser nicht?“ verlassen. In dieser sehr stark besuchten Session ging es um die erneuerte Technologie (JavaFX 2.x), welche  eine Basis für die Oberflächenentwicklung auf verschiedenen Plattformen bietet (Desktop, Mobile und Web). Insgesamt sehr interessant, auch wenn es wohl kurzfristig für mich keine beruflichen oder privaten Berührungspunkte damit geben wird.

Gesamt Fazit: meiner erster Besuch hat sich – u.a. auch wegen dem gewonnenen USB-Stick – im Nachhinein denke ich gelohnt. Es war eine nette Erfahrung. Der Mehrwert nach den Sessions liegt bei ungefähr 50%.  Ob ein Besuch auch im nächsten Jahr beruflich einen Sinn ergibt, wird sich zeigen.

Ich denke, dass man als Entwickler, der in vielen verschiedenen Themen involviert und gut vorbereitet ist, auf der JAX viele nützliche Erkenntnisse mitnehmen kann. Für meinen Teil wollte ich mich über die neuen Technologien im Web informieren und wurde dabei z.T. eher enttäuscht. So waren vor allem die Erkenntnisse, in welche Richtung sich die etablierten Technologien weiterentwickeln, am wertvollsten. Mein Fazit für die Veranstaltung ist daher sehr gemischt.

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